Die Sinne im Kino.
Eine Theorie der Filmwahrnehmung.

Die sinnliche Affizierung der Kinozuschauer wurde in der Filmwissenschaft lange Zeit zugunsten der Narration ausgeblendet. Die Sinne im Kino stellt demgegenüber die Frage nach einer grundlegenden Wahrnehmung im Kino: Nach einer Seherfahrung, die narrativen Strukturen vorausgeht. Ist eine solche Wahrnehmung jenseits der Narration überhaupt möglich und wofür steht sie?
Entwickelt wird eine Theorie der Filmwahrnehmung jenseits der Konzepte von Identifikation und Repräsentation, indem Aspekte des Nichtsprachlichen, des Körperlichen und Materiellen ins Zentrum gestellt werden. Mit der Phänomenologie Maurice Merleau-Pontys, der Philosophie Gilles Deleuze’ und der Filmtheorie Siegfried Kracauers wird Filmwahrnehmung als eine Form der ‚Aufhebung’ der Subjekt-Objekt-Trennung entworfen. Mit ihnen wird die spezifische Wahrnehmung von Dingen und Oberflächen sowie eine bestimmte Form der Zeitlichkeit im Kino nicht nur zu einer Form der Erkenntniskritik sondern auch zur Erfahrung eines spezifischen Zugangs zur Welt. Diese Wahrnehmung eignet sich im Kino die Dinge nicht an. Sie sieht sie in einer Art Austauschprozess ‚wie zum ersten Mal’.
Anhand der Filme von Michelangelo Antonioni, Claire Denis, Tsai Ming-Liang und Angelika Levi wird untersucht, inwiefern im Kino eine besondere Form der Wahrnehmung und damit auch der Erfahrung von Geschichte möglich ist.

Stroemfeld Verlag,  2013
456 Seiten
ISBN 978-3-86109-193-6

www.stroemfeld.de

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